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Stadtmobiliar und Kommunen – Robinie

Autorenbild: Ferdinand Terlinden
Ferdinand Terlinden
vor 1 Tag
8 Min. Lesezeit

Reihe Robinie · Richtig wählen nach Einsatz

Lebenszykluskosten, Wartung, Reparierbarkeit und Nachweise für eine öffentliche Ausschreibung

Eine Bank oder ein Picknicktisch aus Robinie (Robinia pseudoacacia, im Handel oft Akazie genannt) hält mit Erdkontakt rund 30 Jahre, kesseldruckimprägnierte Kiefer (KDI) der Gebrauchsklasse 4 etwa zehn Jahre. Robinie erreicht die Dauerhaftigkeitsklasse 1-2 (EN 350) und erfüllt die Gebrauchsklasse 4 (EN 335) so, wie sie aus dem Sägewerk kommt.

Die Folge betrifft den Haushalt: Das Mobiliar verlässt die Werkstatt fertig und bleibt in diesem Zustand im Einsatz; der Posten Unterhalt beschränkt sich auf eine Reinigung aus optischen Gründen und den Austausch einzelner Teile. Die richtige Vergleichsgröße sind daher die Kosten pro Nutzungsjahr, erläutert in „Der Preis von Robinie erklärt“.

~30 Jahre statt ~10

Lebensdauer der Robinie mit Erdkontakt, ohne jedes Holzschutzmittel, verglichen mit kesseldruckimprägnierter Kiefer der Gebrauchsklasse 4.

Parkbank mit Wangen aus Cortenstahl und Latten aus massiver Robinie, Stadtmobiliar ohne Anstrich und ohne Behandlung
Bank mit Wangen aus Cortenstahl und Robinienlatten: Die Verbindung funktioniert, weil beide Materialien von selbst altern – der Stahl unter seiner eigenen Patina, das Holz durch Vergrauung – und keines von beiden gestrichen wird.

Was verlangt eine Kommune wirklich von ihrem Stadtmobiliar?

Das Anforderungsprofil eines Bauhofs lässt sich auf fünf Punkte bringen: fünfzehn bis zwanzig Jahre halten, keinen planmäßigen Eingriff verlangen, Stöße und Graffiti wegstecken, keinen Nutzer verletzen, sich reparieren lassen, ohne einen Trupp zu binden. Der richtige Maßstab ist daher nicht der Einkaufspreis, sondern die Kosten pro Nutzungsjahr: Anschaffung, Montage und Unterhalt zusammengerechnet, geteilt durch die Zahl der Nutzungsjahre.

Die öffentliche Beschaffung bringt eigene Vorgaben mit. Der Bedarf wird in einer Leistungsbeschreibung (Leistungsverzeichnis) beschrieben, die festlegt, was der Auftragnehmer zu liefern hat – und dieses Dokument darf weder eine Marke noch einen Lieferanten nennen. Eine Kommune muss außerdem noch Jahre nach der Vergabe identische Ersatzteile nachbeschaffen können.

Was wird für den öffentlichen Raum aus Robinie hergestellt?

Robinie deckt den Großteil der Außenmöblierung ab: Bänke und Sitzgelegenheiten, Picknicktische, Abfallbehälter, Pflanzkübel und Pflanzkästen, Poller, Absperrungen und Geländer, Unterstände und Überdachungen, Holzdecks und Stege, Mobiliar an der Küste. Spielgeräte unterliegen einem eigenen Normenrahmen, der Norm EN 1176, behandelt im Artikel „Spielplätze und Schulhöfe aus Robinie (EN 1176)“.

Acacia Bois liefert Material und Bauteile statt eines Katalogs fertiger Möbel: geschliffene Pfosten bis 10 m als Standard, bis 13 m und 40 cm Durchmesser als Sonderanfertigung, Bretter, keilgezinkte Terrassendielen, Holzschindeln, Hirnholzpflaster. Zu unseren Referenzen im öffentlichen Raum gehören mit Robinienschindeln gedeckte Wartehäuschen und Mobiliar an der Küste, das der salzhaltigen Gischt ausgesetzt ist.

Wartehäuschen aus Robinie mit Holzschindeldach, kommunales Mobiliar aus unbehandeltem Holz
Überdachter Unterstand mit Holzschindeln aus Robinie: Da das Sägewerk auf Bestellung produziert, lassen sich dieselben Teile noch Jahre später einzeln nachfertigen, ohne das Bauwerk zu demontieren.

Warum Robinie statt eines behandelten Holzes oder eines Tropenholzes?

Robinie erfüllt die Gebrauchsklasse 4 (EN 335) – dauerhafter Kontakt mit Erde oder Süßwasser – ohne chemische Behandlung. Damit entfallen zwei Posten: das Holzschutzmittel, das an Schnitt- und Bearbeitungsflächen nachgetragen werden muss, und die Erklärung gegenüber den Bürgern, was in einer Bank steckt, die man anfasst. Siehe „Robinie oder kesseldruckimprägnierte Kiefer (Gebrauchsklasse 4) – der Vergleich“.

Die Rohdichte der Robinie, etwa 740 kg/m³, erklärt ihre Stoßfestigkeit. Europäische Robinie vermeidet zudem den Rückgriff auf Tropenwald – Ipe steht seit dem 25. November 2024 in Anhang II des CITES-Abkommens –, und die Lieferkette ist rückverfolgbar: Zertifikat FSC® C153588, Produktkettenzertifikat SGSCH-COC-011793, Dokumentation nach der EUDR-Verordnung (EU) 2023/1115. Siehe „Ist Robinie ein ökologisches Holz?“.

Der Picknicktisch: das Paradebeispiel für Massivholz

Ein eigenes Wort zum Picknicktisch, dem Stück, das Kommunen am häufigsten anfragen, und dem mit Abstand am stärksten beanspruchten im ganzen Bestand. Man steigt darauf, setzt sich auf die Tischplatte, stellt Lasten ab, zieht ihn von einem Ende der Wiese zum anderen, und er überwintert draußen. Hier macht Massivholz den Unterschied. Eine Tischplatte aus Robinie in starkem Querschnitt, aus Kernholz ohne Splint, verzieht sich nicht, wird unter Absätzen nicht ausgetreten und bricht nicht, wenn sich eine Gruppe auf dieselbe Seite setzt. Nichts geleimt, nichts furniert, nichts gestrichen: voller Querschnitt, in einem Holz von 740 kg/m³, das nach Brinell (EN 1534) mit rund 46 N/mm² etwa ein Drittel härter ist als Eiche (rund 34 N/mm²).

Die Verbindung zählt so viel wie das Material. Unsere Tische und Bänke sind verschraubt mit Bolzen, nicht mit Holzschrauben, und das erleichtert dem Betreiber die Arbeit erheblich: Eine beschädigte Tischplatte wird ersetzt, ohne das Gestell anzufassen, die Edelstahlverschraubung wird nach der ersten Saison um eine Vierteldrehung nachgezogen, und der Tisch lässt sich zerlegen, um ihn einzulagern oder an einen anderen Standort zu bringen. Graffiti oder eine Einritzung werden wie beim übrigen Mobiliar abgeschliffen – siehe „Schrauben und Befestigungsmittel für Robinie“.

Picknicktisch aus massiver Robinie mit verschraubtem Kreuzgestell, Tischplatte und Sitze in starken Querschnitten

Picknicktisch aus massiver Robinie: Tischplatte und Sitze in starken Querschnitten, Kreuzgestell mit Durchsteckbolzen verbunden – die Köpfe sind an der Traverse sichtbar. So lässt sich eine einzelne Tischplatte ersetzen, nach der ersten Saison um eine Vierteldrehung nachziehen und der Tisch zum Umsetzen zerlegen.

Wie altert dieses Mobiliar, und was kostet sein Unterhalt?

Robinie nimmt in ein bis drei Jahren eine silbergraue Patina an, die ihrer Dauerhaftigkeit nichts nimmt – siehe „Vergrauung und Pflege von Robinie“. Kein Mittel muss erneuert werden: Die Reinigung mit Seifenwasser dient dem optischen Eindruck, nicht dem Holzschutz.

Eine zerkratzte, eingeritzte oder mit Graffiti versehene Oberfläche wird abgeschliffen: Unter den ein bis zwei abgetragenen Millimetern ist das Holz gleich und seine Dauerhaftigkeit unverändert, denn die Widerstandsfähigkeit des Kernholzes – des Holzes aus dem Stamminneren – beruht auf Inhaltsstoffen, die in der gesamten Masse verteilt sind. Eine zerkratzte WPC-Diele lässt sich nicht reparieren, ein pulverbeschichtetes Profil – im Ofen lackiert – muss neu beschichtet werden. Schließlich lassen sich Teile einzeln austauschen, da die Edelstahlverschraubung lösbar ist.

Bodenbelag aus Hirnholzpflaster aus Robinie im öffentlichen Raum, vergrautes Holz
Hirnholzpflaster: Die Oberfläche vergraut und verkratzt, lässt sich dann abschleifen – die Widerstandsfähigkeit des Kernholzes hängt nicht vom Zustand der Oberfläche ab.

Über fünfzehn Nutzungsjahre

Robinie unbehandelt

KDI-Kiefer Gebrauchsklasse 4

Lebensdauer mit Erdkontakt

rund 30 Jahre

rund 10 Jahre

Holzschutz zu erneuern

keiner

Nachbehandlung von Schnitt- und Bearbeitungsflächen

Graffiti oder Kratzer

örtlich abschleifen, darunter gleiches Holz

örtlich abschleifen, imprägniertes Splintholz nur an der Oberfläche

Ende der Nutzungsdauer

unbehandeltes Holz, als Brennholz verwertbar

behandeltes Altholz, eigener Entsorgungsweg

Wie wird Robinie im öffentlichen Raum montiert?

Die Montage bestimmt die Lebensdauer stärker als die Holzart. Ein einbetonierter Pfosten erhält einen geneigten Betonkragen, nie eine Mulde, die Wasser am Fuß hält; ein Pfostenträger – das Metallteil, das das Holz mit der Platte verbindet – hebt den Pfosten einige Zentimeter an und ist auf Betonplatte oder Asphalt vorzuziehen.

Robinie ist ein saures Holz mit einem pH-Wert um 4,5: Befestigungsmittel aus Edelstahl sind Pflicht, an der Küste in der Qualität A4, und Vorbohren ist immer nötig – siehe „Schrauben und Befestigungsmittel für Robinie“. Diebstahlsichere Befestigungen wählt man in derselben Qualität. Bei Mobiliar, das angefasst wird, müssen die Kanten gebrochen, gefast oder gerundet und die Oberflächen geschliffen sein: Ein so dichtes Holz splittert sonst.

Welche Nachweise können einem Angebot in einer öffentlichen Ausschreibung beigelegt werden?

Acacia Bois stellt das Zertifikat FSC® C153588 und das Produktkettenzertifikat SGSCH-COC-011793 bereit – das das Holz vom Wald bis zum Kunden verfolgt –, die rumänische forstliche Rückverfolgbarkeit aus dem System SUMAL, die EUDR-Dokumentation, das Zertifikat ISO 9001:2015 sowie die tatsächlichen Transportdaten, auf deren Grundlage ein Planungsbüro seine eigene Umweltbilanz erstellt.

Für die Leistungsbeschreibung ist die Praxis der Beschaffer gefestigt. Die Richtlinie 2014/24/EU verbietet technische Spezifikationen, die eine Marke, eine Herkunft oder ein Verfahren nennen und damit einen Bieter bevorzugen; ist das ausnahmsweise unvermeidlich, muss der Zusatz „oder gleichwertig“ folgen. Die Spezifikationen dürfen dagegen über Normen oder als Leistungs- und Funktionsanforderungen formuliert werden. In Deutschland gilt dies oberhalb der EU-Schwellenwerte nach GWB und VgV, unterhalb nach der UVgO für Lieferleistungen und der VOB/A für Bauleistungen. Eine natürliche Dauerhaftigkeit 1-2 nach EN 350 und den Einsatz in Gebrauchsklasse 4 ohne chemische Behandlung zu verlangen, beschreibt also eine Leistung, die mehrere Holzarten erreichen können. Dieser Hinweis beschreibt eine Praxis und ist keine Rechtsberatung.

Wo ist Robinie nicht die richtige Wahl?

Der Einkaufspreis der Robinie liegt über dem der kesseldruckimprägnierten Kiefer der Gebrauchsklasse 4, bei Rohware wie bei Fertigprodukten: Das Argument trägt nur in einer Lebenszykluskostenrechnung. Große gerade Längen sind selten, da die Robinie krumm wächst und die Bäume mit 25-30 Jahren bei 15 bis 30 cm Durchmesser geerntet werden; über 4 m Länge bei Schnittholz muss man auf keilgezinkte Ware zurückgreifen, also kurze, stirnseitig verleimte Stücke.

Die Unterschiede im Erscheinungsbild sind real: Farbton, Faserverlauf, Äste und Schwindrisse – Oberflächenrisse ohne statische Bedeutung – variieren von Stück zu Stück. Bei zwanzig streng identischen Bänken stört das, und die einzige Antwort ist eine strengere Sortierung, also ein höherer Preis. WPC oder pulverbeschichtetes Metall bieten eine Einheitlichkeit, die Robinie nicht erreichen wird.

Das Wichtigste in Kürze

· Robinie erreicht die Dauerhaftigkeitsklasse 1-2 (EN 350) und die Gebrauchsklasse 4 (EN 335) ohne chemische Behandlung: Kein Mittel muss erneuert werden.

· Die Kosten pro Nutzungsjahr sind die richtige Beschaffungsgröße: rund 30 Jahre mit Erdkontakt gegenüber etwa zehn bei kesseldruckimprägnierter Kiefer der Gebrauchsklasse 4.

· Picknicktische werden massiv in starkem Querschnitt gefertigt und verschraubt: Tischplatte austauschbar, Verschraubung nachziehbar, Tisch zerlegbar und versetzbar.

· Graffiti oder Kratzer werden abgeschliffen, und Teile lassen sich dank lösbarer Edelstahlverschraubung einzeln austauschen.

· Eine Leistungsbeschreibung kann Dauerhaftigkeit 1-2 (EN 350) und den Einsatz in Gebrauchsklasse 4 ohne Behandlung verlangen: Das ist eine Leistungsanforderung, keine Marke.

· Grenzen: höherer Preis als kesseldruckimprägnierte Kiefer, seltene große gerade Längen, variables Erscheinungsbild.

Häufige Fragen

Ist Stadtmobiliar aus Robinie widerstandsfähig gegen Graffiti und Vandalismus?

Robinie steckt Stöße gut weg: Ihre Rohdichte von etwa 740 kg/m³ verhindert, dass eine Sitzfläche unter einem Absatz- oder Skateboardschlag eingedrückt wird. Bei Graffiti nimmt das unbehandelte Holz die Farbe auf wie jede poröse Oberfläche, doch die Reparatur ist einfach: Ein örtliches Abschleifen entfernt die Farbe und ein bis zwei Millimeter Material, und das freigelegte Holz behält dieselbe Dauerhaftigkeit, da keine Oberflächenbehandlung zu seinem Schutz beiträgt.

Muss für Mobiliar aus Robinie ein jährlicher Unterhalt eingeplant werden?

Ein Unterhalt zum Holzschutz ist nicht nötig: Robinie erfüllt die Gebrauchsklasse 4 (EN 335) ohne Behandlung, es gibt also weder Holzschutzmittel noch Beschichtung zu erneuern. Der sinnvolle Haushaltsposten deckt anderes ab: eine jährliche Sichtkontrolle der Befestigungen, das Nachziehen der Verschraubung nach der ersten Saison, eine Reinigung, wenn die Nutzung es rechtfertigt. Ein Holzöl, um den honigfarbenen Ton zu erhalten, ist eine ästhetische Entscheidung, die alle zwei bis drei Jahre wiederholt werden muss, keine technische Notwendigkeit.

Kann man Robinie in einer Leistungsbeschreibung verlangen, ohne Bieter zu benachteiligen?

Die Richtlinie 2014/24/EU verbietet, in technischen Spezifikationen eine Marke, eine Herkunft oder ein Herstellungsverfahren zu nennen, das Bieter bevorzugt oder ausschließt – außer wenn sich der Bedarf nicht anders beschreiben lässt, und dann mit dem Zusatz „oder gleichwertig“. Zulässig ist es dagegen, die Spezifikationen über Normen oder als Leistungs- und Funktionsanforderungen zu formulieren. In Deutschland setzen GWB und VgV diese Regeln oberhalb der EU-Schwellenwerte um; unterhalb gelten die UVgO für Lieferleistungen und die VOB/A für Bauleistungen. Eine natürliche Dauerhaftigkeit 1-2 nach EN 350 und den Einsatz in Gebrauchsklasse 4 ohne chemische Behandlung zu beschreiben, folgt diesem zweiten Weg. Das ist gängige Beschaffungspraxis, keine Rechtsberatung.

Lassen sich identische Serien und Ersatzteile auch Jahre später beziehen?

Ja: Unser Sägewerk in Teiu, Kreis Hunedoara (Rumänien), produziert auf Bestellung und nicht auf Lager. Eine Serie stammt aus demselben Stammholzlos, mit denselben Querschnitten, und die Zeichnung bleibt in Fertigung: Eine Latte, ein Fuß oder ein Brett eines Pflanzkastens lässt sich fünf oder acht Jahre nach der Montage identisch nachbestellen. Eine Einschränkung allerdings: Der Farbton eines neuen Teils entspricht nicht dem eines bereits vergrauten Ensembles, und der Unterschied gleicht sich erst in ein bis drei Jahren aus.

Weiterführende Artikel

Kontakt: Senden Sie uns Ihre Leistungsbeschreibung oder Ihren Plan: Wir antworten mit einem Angebot und der Liste der beifügbaren Nachweise.

Hinweis. Unverbindlicher Artikel, nur zur Information (auch Fotos und Schemazeichnungen). Robinie ist ein Naturholz: Die angegebenen Werte sind Größenordnungen, Änderungen ohne Vorankündigung vorbehalten; bei Abweichungen gelten allein das technische Datenblatt des Produkts und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Prüfen Sie stets die für Ihr Vorhaben geltenden Vorschriften.

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